Zukunft der Fähre Ferchland-Grieben nimmt konkrete Formen an

Mit dem Ziel, die Fährverbindung zwischen Ferchland und Grieben so schnell wie möglich wieder in Betrieb zu nehmen, kamen zu Beginn dieser Woche die Kommunen beider Elbseiten erneut zusammen. Da die angestrebte Umrüstung zur Gierseilfähre, aufgrund der Höhe der benötigten Fördermittel und der dafür notwendige Eingriff in den Elbverlauf, eine längere Zeit in Anspruch nehmen wird, soll die Elbquerung ab Sommer 2021 zunächst durch die motorbetriebene Fähre der Gemeinde Elbe-Parey sichergestellt werden.

Sobald die politischen Gremien aller Beteiligten ihre finale Zustimmung zur Mitfinanzierung des erwarteten Defizits beschlossen haben, soll die Nahverkehrsgesellschaft des Jerichower Landes (NJL) die Fähre von der Gemeinde Elbe-Parey erwerben. Unmittelbar nach dem Eigentumsübergang wird ein Förderantrag beim Land Sachsen-Anhalt für die notwendige Revision der Fähre gestellt. Hierzu fand bereits ein Austausch zwischen Landrat Dr. Steffen Burchhardt und Verkehrsminister Thomas Webel statt: „Ich bin froh, dass der Minister seine Unterstützung unkompliziert zugesagt hat, damit die Wiederinbetriebnahme so schnell wie möglich realisiert werden kann. Minister Webel findet unser Vorgehen nachvollziehbar und möchte seinen Beitrag zur Lösung leisten“, so Landrat Burchhardt.

Parallel laufen bereits die organisatorischen Vorbereitungen für den Betrieb der Fähre durch die NJL. Geschäftsführer Thomas Schlüter sucht bereits nach personeller Verstärkung und ist wie alle Partner dankbar für Hinweise auf geeignete Personen, die über die notwendigen Qualifikationen verfügen - gerne auch ehemalige Kapitäne im Ruhestand. Mittelfristig sollen auch Busfahrer der NJL den benötigten Fährführerschein erwerben. Dies wird jedoch mindestens ein halbes Jahr in Anspruch nehmen. 

In der Zwischenzeit gab es zudem eine erste Kontaktaufnahme der NJL zum Verkehrsverbund Marego, um die Fährverbindung in den Nahverkehrsplan des regionalen Netzes zu integrieren. Des Weiteren wurde ein Entwurf für eine konkrete Vereinbarung zwischen den beteiligten Kommunen erstellt, welche die Kooperation im Detail regelt und derzeit in den jeweiligen Häusern abgestimmt wird. „Wir sind dem Ziel ein großes Stück nähergekommen und arbeiten Woche für Woche weiter daran. Die Bürgermeister und Landräte sind sich einig, wenn die Fähre wieder zur ersten Überfahrt ablegt, werden sie an Bord sein. Mittlerweile sind wir alle sehr optimistisch, dass wir den Wunsch der Bevölkerung, gemeinsam realisieren können“, resümiert Landrat Dr. Burchhardt.