Zweite Forsteinrichtung zum Kommunalwald abgeschlossen

Zur weiterführenden Planung und Umsetzung einer nachhaltigen Bewirtschaftung der ca. 900 ha Kommunalwald in den Gemarkungen Grabow, Stresow und Krüssau hat der Landkreis die zweite Forsteinrichtung durchführen lassen. Für die Präsentation der Ergebnisse als auch die Definition der Bewirtschaftungsgrundsätze für das folgende Jahrzehnt traf sich Landrat Dr. Steffen Burchhardt mit Vertretern des Landeszentrums Wald/Betreuungsforstamt Nedlitz und Mitarbeitern der Kreisverwaltung zu einer Waldexkursion.

Auch wenn die Spuren, welche Stürme und Trockenheit der letzten Jahre hinterlassen haben, im Landkreiswald noch überschaubar sind, sollen gerade im Hinblick auf den Klimawandel standortgerechte und strukturreiche Mischbaumbestände gefördert werden. Eine naturnahe Waldbewirtschaftung soll die Lebensfähigkeit der Wälder im Jerichower Land verbessern und so die Bestände stabilisieren. "Es ist unsere Pflicht verantwortungsvoll mit dem Ökosystem Wald umzugehen und es zu schützen. Nur so können wir dafür Sorge tragen, dass auch noch die kommenden Generationen von den vielfältigen Funktionen des Waldes profitieren", erklärt Landrat Dr. Burchhardt.

Ziel ist es, die Einheit von Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes und damit seine Erhaltung als Gesamtressource und allgemeinem Lebensraum zu sichern. Zum Ausgleich des Altersklassenverhältnisses der Bäume liegt der Fokus im jetzigen Planungszeitraum auf der Altholznutzung und dem weiteren Waldumbau. Innerhalb der Waldflächen befinden sich außerdem gesetzlich geschützte Biotope, die für den Naturschutz in Sachsen-Anhalt als besonders wertvoll gelten und den Erhalt und die Förderung der Artenvielfalt unterstützen.

Im Landkreiswald ist die Kiefer mit ca. 80 % die Hauptbaumart, obwohl ihr Anteil zu Gunsten von Laubbäumen zurückgeht. Speziell die Erhöhung des Eichenanteils, der aktuell bei 5 % liegt, wird im Rahmen der Bestandsverjüngung favorisiert. In den letzten Jahren wurden durch Waldumbau und Wiederaufforstungen rund 177.000 Bäume gepflanzt, davon 63% Laubbäume, überwiegend Eichen. Aber auch die Naturverjüngung mit Kiefern erfolgt weiterhin.

In den letzten Jahren war vor allem die Bewirtschaftung im Revierteil Grünthal kostenintensiv. Hier mussten auf einer ehemaligen Schießplatzfläche von ca. 300 ha Kampfmittel beseitigt werden. Die forstwirtschaftliche Infrastruktur konnte durch die Befestigung mehrerer Forstwege mit Schotter in Grünthal und der Stresower Heide erheblich verbessert werden. Die vielfältig und umfangreich durchgeführten Maßnahmen im Kommunalwald wurden vollständig mit den Einnahmen aus der Waldbewirtschaftung finanziert.

Erstellt am: 02.10.2020

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