Landkreis bereitet sich auf Afrikanische Schweinepest vor

Nachdem sich, durch das Auftreten von Fällen in Brandenburg, die Situation um den drohenden Einfall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verschärft hat, wurden seitens des Landkreises in den letzten Wochen weitere Vorbereitungsmaßnahmen ergriffen. Ein aus Vertretern der Kreisverwaltung, der Jägerschaften, des Bauernverbandes sowie des Brand- und Katastrophenschutzes bestehendes Team trifft sich nun aktuell im dreiwöchigen Rhythmus, um die Lage und etwaige notwendige Maßnahmen regelmäßig zu bewerten. Außerdem übte der Dekonzug des Katastrophenschutzes erneut den Einsatz der mobilen Desinfektionsschleuse. Für den im Ausbruchs-Fall benötigten Schutzzaun wurde die Beauftragung eines Dienstleisters in die Wege geleitet. Des Weiteren wird geprüft, ob der Einsatz von auf Drohnen montierten Wärmebildkameras bei der Suche nach infiziertem Wild hilfreich sein kann.

"Die A2 ist als europäische Transitachse ein neuralgischer Punkt. Reisende aus dem östlichen europäischen Raum, in dem die ASP schon aktiv ist und Hausschlachtungen vielerorts praktiziert werden, entsorgen Speisereste entlang der Autobahn und stellen so eine häufige Infektionsquelle dar", erklärt Landrat Dr. Steffen Burchhardt. Um dieses Risiko zu minimieren, wandte sich der Landkreis bereits im Frühjahr an die Gemeinden und bat um Prüfung der Raststätten im Jerichower Land und gegebenenfalls entsprechende Nachbesserung. Auch das Land Sachsen-Anhalt rüstet derzeit entlang der Autobahnen verschließbare Abfallbehälter an Park- und Rastplätzen nach.

Damit die für Menschen zwar unbedenkliche, für Schweine jedoch tödlich endende Krankheit, bei einem Ausbruch eingedämmt werden kann, wird das betroffene Gebiet in drei Zonen eingeteilt - Kerngebiet, gefährdeter Bereich und Pufferzone. Im Umkreis von ca. vier Kilometern wird der Fundort eines mit ASP infizierten Tieres komplett eingezäunt, um den Übergang weiterer infizierter Tiere in die angrenzenden Bereiche (gefährdeter Bereich) zu verhindern. Innerhalb der Pufferzone wird nach dem Maßnahmenkatalog des Deutschen Jagdverbandes und des Bundesforschungsinstitutes für Tiergesundheit die vorhandene Wildschweinpopulation um 70% reduziert. Bei der Absuche und Entsorgung der Tiere wird die Kreisverwaltung von zahlreichen Jäger*innen unterstützt. "Wildschweine sind nicht ungefährlich und sollten daher auch nur von ausgebildeten Fachkräften gejagt werden", erklärt Landrat Dr. Burchhardt und ergänzt: "Auch aktuell arbeiten die Jägerschaft schon gegen die Ausbreitung der ASP indem sie die Wildschweinpopulation präventiv minimieren. Um hier einen finanziellen Anreiz zu schaffen, beschloss der Kreistag im April 2020 die Kostenübernahme für die notwendigen Trichinenuntersuchung."

Schon jetzt gilt jedes verendete Wildschwein als Verdachtsfall und wird vom Veterinäramt auf ASP getestet. Bei der Afrikanischen Schweinepest handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche, von der Haus- und Wildschweine betroffen sind. Während in den afrikanischen Ursprungsländern Lederzecken das Virus übertragen, erfolgt diese in Mitteleuropa durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren (Sekrete, Blut, Sperma), die Aufnahme von Speiseabfällen oder Schweinefleischerzeugnissen bzw. -zubereitungen sowie andere indirekte Übertragungswege (Fahrzeuge, kontaminierte Ausrüstungsgegenstände einschl. Jagdausrüstung).

Erstellt am: 26.10.2020

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