Nach Fähren-Aus Ferchland/Grieben setzen sich Anrainer gemeinsam für nachhaltige Elbe-Querung ein

Fähre Ferchland © Christian Greuel

Gemeinsame Presseerklärung der Bürgermeister/in Nicole Golz (EG Elbe-Parey), Andreas Brohm (EG Stadt Tangerhütte) und Harald Bothe (EG Stadt Jerichow) sowie der Landräte Patrick Puhlmann (LK Stendal) und Dr. Steffen Burchhardt (LK Jerichower Land)

Heute, 30. Juni 2020 wird die Fähre Ferchland/Grieben nach 22 Jahren ihren Betrieb aufgeben. Für die Entscheidung der Gemeinde Elbe-Parey gegen den Weiterbetrieb der motorbetriebenen Fähre gibt es diverse Gründe und ist durch die Nachbarkommunen zunächst so zu akzeptieren. In den vergangenen Wochen ist deutlich geworden, dass in der Bevölkerung ein starkes Interesse besteht, eine Elbquerung an Ort und Stelle zu erhalten. Alle kurzfristigen Versuche, die Verbindung mit der aktuellen Fähre zu erhalten, scheiterten jedoch. Auch eine zuletzt angedachte Privatisierung führte leider nicht zum Erfolg.

Die Anrainer-Kommunen an der Elb-Fähre Ferchland/Grieben setzen sich für eine zukünftige nachhaltige Querung der Elbe ein. "Auch wenn der Fährbetrieb jetzt eingestellt wird, ist das Thema noch nicht vom Tisch. Wir suchen gemeinsam nach einer dauerhaft tragfähigen Lösung", so Landrat Dr. Steffen Burchhardt. Aufgrund des Niedrigwassers in den vergangenen trockenen Jahren war die bisherige Fähre zu sehr langen Standzeiten gezwungen. Es gibt andere technische Lösungen wie z. B. Gierseilfähren, die bei Niedrigwasser länger fahren können. Ob dies in Ferchland möglich ist, hängt von den genauen Strömungsverhältnissen, dem Flussverlauf und den Anliegern auf beiden Elbseiten ab. Dazu soll ergebnisoffen ein Gutachten erstellt werden, sind sich die beiden Landräte Patrick Puhlmann (Landkreis Stendal) und Dr. Steffen Burchhardt (Landkreis Jerichower Land) sowie die Bürgermeister/in Nicole Golz (EG Elbe-Parey), Andreas Brohm (EG Stadt Tangerhütte) und Harald Bothe (EG Stadt Jerichow) einig.

Experten sollen prüfen, in welcher Form Pendler und Touristen in Zukunft den Strom zwischen Magdeburg und Tangermünde überwinden können. Auf dem rund 60 Kilometer langen Elbe-Stück zwischen den beiden Städten gibt es nach dem Wegfall der Verbindung Ferchland/Grieben nur noch eine Fähre in Rogätz. Die betroffenen Kommunen wollen sich nun von ihren Gremien die Zustimmung für den Gutachter-Auftrag geben lassen. "Beide Elbseiten profitieren von einer Fährverbindung. Im Landkreis Stendal haben wir uns bereits zu unseren Fährverbindungen bekannt. Auch für Grieben/Ferchland wollen wir uns an der Lösungssuche beteiligen. Die notwendige Klarheit und praktische tragfähige Modelle dafür soll das Gutachten liefern", so Landrat Patrick Puhlmann.

Neben der Prüfung aller technischen Modelle soll im Gutachten auch die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Varianten untersucht werden. "Über eine mögliche Verteilung der Lasten können und sollten wir erst sprechen, wenn wir wissen, wie groß bei allen Varianten ein zu erwartendes Defizit wirklich ist. Wir sehen bei allem regionalen Engagement weiterhin das Land Sachsen-Anhalt in der Pflicht, den Erhalt solcher wichtiger Infrastruktur finanziell zu unterstützen", ergänzt Jerichows Bürgermeister Harald Bothe.

Die Bürgermeisterin von Elbe-Parey, Nicole Golz begrüßt die positiven Signale der Nachbarkommunen: "Bereits bei der Entscheidung zur Stilllegung der jetzigen Motorfähre haben wir uns im Gemeinderat darauf verständigt, weiterhin für eine Elbquerung hier in unserer Region zu arbeiten. Das Gutachten ist nun der erste Schritt. Allerdings wollten wir die Öffentlichkeit erst mit ins Boot holen, wenn wirklich Hoffnung besteht. Nun heißt es, das Ergebnis eines Gutachtens abzuwarten und dann weitere Schritte zu planen."

"Die Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte wird schon im kommenden Stadtrat die Beteiligung am Gutachten beraten", so Bürgermeister Andreas Brohm.

Erstellt am: 30.06.2020

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