Schweinezuchtbetriebe im Jerichower Land gründen Finanzfonds zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest

Um das Risiko eines Ausbruches der Afrikanischen Schweinepest zu verringern, haben sich private Schweinezuchtbetriebe aus dem Jerichower Land zusammengeschlossen und einen bedeutenden privaten Finanzfonds aufgelegt. Aus diesem Fonds sollen Mittel an die Jägerschaft im Kreis fließen, um den Schwarzwildbestand signifikant zu dezimieren und so eine mögliche Ausbreitung der Tierseuche zu verhindern. Ab 10. Januar 2018 bekommen Jäger die Kosten für die notwendige Trichinenuntersuchung nach dem Erlegen eines Wildschweins ersetzt. Diese Untersuchung ist nötig, um das Fleisch bedenkenlos in die Verbraucherkette einzubringen.

Die Übertragung der Afrikanischen Schweinepest erfolgt direkt von Tier zu Tier oder indirekt zum Beispiel über Futtermittel, Fahrzeuge und Speiseabfälle. In verschiedenen Bundesländern wird die Verringerung der Wildschweinpopulation als vorrangiges Ziel angesehen, so hat beispielsweise das Land Mecklenburg-Vorpommern eine Aufwandsentschädigung für jagdliche Maßnahmen beschlossen. Da in Sachsen-Anhalt bisher keine derartigen Vorkehrungen eingeleitet wurden, begrüßt der Landkreis ausdrücklich die private Initiative der Schweinezuchtbetriebe. "Die hier gefundene Lösung greift unmittelbar. Die Kreisverwaltung wird sowohl die Landwirtschaftsbetriebe als auch die Jägerschaft bei der Umsetzung unterstützen. Unabhängig davon sehe ich aber auch das Land in der Pflicht, geeignete Maßnahmen zu ergreifen und finanzielle Unterstützung zu ermöglichen. Entsprechende Gespräche führen wir aktuell mit dem Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie", erklärt Landrat Dr. Steffen Burchhardt.

Das Virus, welches gegenwärtig in Osteuropa um sich greift, befällt ausschließlich Haus- und Wildschweine. Einen Impfstoff für die Tiere gibt es bislang nicht. Bei einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in einem Stall muss der gesamte Bestand getötet werden. Die Versorgung der Bevölkerung mit Schweinefleisch sowie der Export in andere Länder wären gefährdet - Schäden in Milliardenhöhe können laut dem Deutschen Bauernverband die Folge sein.

Erstellt am: 10.01.2018

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