Wirtschaftliche Lage im Jerichower Land bleibt trotz Pandemie stabil

Um die Auswirkungen der aktuellen Corona-Pandemie auf die Wirtschaft im Jerichower Land zu erörtern, traf sich Landrat Dr. Steffen Burchhardt im Landratsamt mit Matthias Kaschte, Chef der Agentur für Arbeit Magdeburg, und Markus Weidel, Geschäftsführer des Jobcenter Jerichower Land. Im Ergebnis war festzustellen, dass einige Wirtschaftsbereiche im Jerichower Land zwar zum Teil erhebliche Einbußen verzeichnen mussten, insgesamt die Wirtschaftslage jedoch stabil ist. "Ich stehe mit vielen Firmen und dem Technologie- und Gründerzentrum in engem Kontakt und konnte so für mich ein entsprechendes Stimmungsbild erstellen. Auch wenn die Vielschichtigkeit der Wirtschaft im Jerichower Land, die zum Großteil aus kleinen und mittelständischen Betrieben besteht, für Stabilität sorgt, muss man ganz klar darauf hinweisen, dass gerade die Gastronomie, die Eventbranche und die sogenannten personennahen Dienstleistungen erhebliche Einbußen hinnehmen müssen", so Landrat Burchhardt.

Die Zahl der Leistungsempfänger nach SGB III (u.a. Arbeitslosengeld) stieg innerhalb eines Jahres seit September 2019 um 228 Personen auf aktuell 1.305. Im gleichen Zeitraum sank jedoch die Anzahl der Leistungsempfänger nach SGB II (Grundsicherung) von 1.948 auf 1.943 Personen. Dass die Zahl der Arbeitslosen nicht höher ausfällt, liegt auch an der von Firmen viel genutzten Möglichkeit zur Beantragung des Kurzarbeitergeldes. Allein in den Monaten März und April wurde für insgesamt 6.164 Personen Kurzarbeit beantragt. Im Folgemonat Mai sank die Anzahl schließlich auf 414.  Hinsichtlich der aktuell beschlossenen Eindämmungsverordnung der Bundesregierung sollen die bisher genutzten Instrumente zur Wirtschaftsstärkung auch weiterhin Anwendung finden.

 Die Arbeitsabläufe in der Agentur für Arbeit und im Jobcenter wurden der Pandemie-Lage entsprechend angepasst. Neben dem Ausbau der telefonischen Kontaktaufnahme wurden auch spezielle Infektionsschutzzimmer eingerichtet, die leicht desinfizierbar sind und somit auch Termine ermöglichen, für die ein persönliches Erscheinen unumgänglich ist. In diesem Zusammenhang verwies Herr Kaschte auf ein Pilotprojekt in der Arbeitsagentur Magdeburg, nach dem es möglich ist, sich vollkommen kontaktlos arbeitssuchend zu melden. Die sonst durch persönliches Erscheinen notwendige Identitätsprüfung wird dabei durch ein zertifiziertes Prüfverfahren auf dem Smartphone ersetzt. Auch Herr Weidel kündigte an, dass künftig auch im Jerichower Land komplexe Anträge wie der auf Arbeitslosengeld II komplett online eingereicht werden können. Außerdem soll ab Frühjahr 2021 erprobt werden, ob Termine via Videotelefonie eine sinnvolle Ergänzung zum bestehenden Angebot sind. 

Dass die Zusammenarbeit der einzelnen Institutionen auch während der Pandemie hervorragend funktioniert, zeigte sich bereits im Frühjahr. Das Angebot der Kreisverwaltung, die Flut von Anträgen in der Arbeitsagentur und dem Jobcenter mit personeller Unterstützung zu bewältigen, war zu jeder Zeit gegeben, wurde jedoch nicht beansprucht, da die Situation immer beherrschbar blieb.

Erstellt am: 06.11.2020

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