Bewerten/Entsorgen von künstlichen Mineralfasern KMF - Ausbau von Betonaußenwandplatten mit Kamilit

Künstliche Mineralfasern (KMF) werden häufig als Isoliermaterial eingesetzt, z. B. in Form von Mineralwoll-Isolierungen im Hochbau. KMF setzen insbesondere bei mechanischer Belastung Faserstäube frei, die je nach der Konzentration und Materialzusammensetzung die Gesundheit des Menschen unterschiedlich stark schädigen können.

Die bis 1995 vermarkteten KMF sind als krebserzeugend zu bewerten. Die freigesetzten Faserstäube sind mit Asbest - Stäuben vergleichbar.

Durch das Verwendungsverbot ab dem Juni 2000 (Anh. IV Nr. 22 GefStoffV) ist der Umgang mit krebserzeugender KMF nur noch im Zuge von Demontage-, Abbruch- und Instandhaltungsarbeiten zulässig. Demontierte KMF dürfen grundsätzlich nicht wieder eingebaut werden. Wie bei dem Umgang mit Asbest besteht aber kein Gebot des Entfernens. Liegen keine Informationen über die Beurteilung der Fasern vor - dies wird in der Praxis die Regel sein - ist bei der Beurteilung zunächst von einer Krebsgefahr auszugehen.

Insbesondere in den neuen Bundesländern sind bei dem Rückbau von Betonaußenwandplatten sog. Plattenbauten bestimmter Baureihen die mit einer Dämmung aus Kamilit (KMF) versehen worden sind, immissionsschutzrechtliche und abfallrechtliche Anforderungen zu berücksichtigen. Das "Merkblatt zur Entsorgung von Dreischicht- Betonaußenwandplatten mit einer Kerndämmung aus Kamilit" gibt dazu entsprechende spezielle Hinweise für Bauherren, Auftragnehmer und Entsorger.

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