Eine Entdeckungsreise zu den Mühlen im Jerichower Land

Wasser- und Windmühlen sind Zeugen längst vergangener Zeit, als die Wasser- und Windkraft noch dazu verwendet wurde, Maschinen anzutreiben. Das Getreide und die Ölsaat wurden gemalen.

Im Jahre 1785 zählte man im Jerichower Land (ehemals Kreis Jerichow I und II) über 200 Mühlen. Schiffsmühle, Göpelmühle, Ölmühle, Schneidemühle, Grützmühle, Walkmühle sind Mühlen, die wir heute kaum noch kennen.

Aber es gibt sie noch, die Windmühlen, meist auf einem Hügel am Dorfrand gelegen und damit weithin sichtbar, oder die Wassermühlen am rauschenden Bach.

Doch Diesel- und Elektromotoren boten gleichbleibende Kraft "rund um die Uhr", unabhängig vom Wasser und vom Wind. Wasser- und Windmühlen hatten ihre "Schuldigkeit" getan.

Im Landkreis Jerichower Land finden Sie 14 Mühlen.

Die wenigen bis heute erhalten gebliebenen Mühlen sind nicht nur wertvolle technische Denkmale, ist nicht nur bloße Mühlenromantik, sondern sind Zeugnisse von Handwerk und Gewerbe im Jerichower Land.

Die Mühle Zänker in Burg/Gütter
Unser "Mühlenweg" beginnt in Burg und führt uns in den Ortsteil Gütter zur Mühle Zänker. Weithin sichtbar drehen sich im Wind die Flügel einer im Jerichower Land noch seltenen Windkraftanlage.

Im idyllischen Ihletal befand sich früher eine Wassermühle. Heute kann man in Gütter eine Motormühle mit pneumatischer Förderung des Mahlgutes besichtigen. Die benötigte Elektroenergie wird durch die Windkraftanlage erzeugt. Auf Wusch können Sie den Mühlenbetrieb besichtigen und die Abläufe erklärt bekommen. Den Gästen der Mühle werden Naturkostprodukte und Honig zum Kauf angeboten.

Mühlenart: Motormühle
Baujahr: 1930/31
Funktion: Getreidemühle
Ausstattung: Durchgangsmühle, 11 Passagen

Nutzung heute: gewerblich genutzt

Ansprechpartner:Gerald Hüttner
Dorfstr. 18
39288 Gütter (Burg)
Tel. 03921 / 982525

Wassermühle (Untermühle) in Tucheim
Unser Weg führt weiter über Magdeburgerforth nach Tucheim. Dabei durchqueren wir die reizvolle Landschaft des Flämingausläufers und gelangen in das Fiener Bruch. Auf der Strecke liegen interessante Ausflugsziele wie die Otto - Quelle, Drei - Bachen und der Landschaftspflegehof Königsrode inmitten des Fieners.

Während die 1989 trockengelegte Wassermühle Thüm (Obermühle) nicht mehr beschaubar ist, ist die Wassermühle Müller (Untermühle), die 1936 in Betrieb genommen worden war, die einzige erhaltene Wassermühle in der Region Genthin. Von der Zweckbestimmung her ist sie eine Getreidemühle, wovon heute noch ein Schrotmahlwerk funktionstüchtig ist.

Das Mühlengrundstück liegt in einer reizvollen landschaftlichen Umgebung am Tucheimer Bach, mit Blick in das Fiener Bruch.

Mühlenart: Wassermühle
Baujahr: 1936
Funktion: Getreidemühle
Ausstattung: Francisturbine, Schrotgang
Nutzung heute: keine

Besichtigung: nach Vereinbarung

Ansprechpartner:Manfred Müller
Untermühle
39307 Tucheim
Tel. 039346 / 282

Bockwindmühle MützelMühle in Mützel
Wir fahren auf der B 107 weiter in Richtung Genthin und biegen in Hüttermühle rechts nach Mützel ab. Inmitten des Ortes findet der Besucher die Bockwindmühle, deren Errichtung vermutlich in der 2. Hälfte des 19. Jh. erfolgte.

Die Mühle arbeitete bis 1965 mit Windantrieb. Sie wurde über einen Schwenkarm, "Stert", mittels Seilwinde und Kette in den Wind gedreht. Seit 1967 etwa arbeitet die Mühle mit Elektroantrieb. Mahlwerke und Inneneinrichtung sind noch vollständig vorhanden.

In unmittelbarer Nähe ist die 1995 wieder freigelegte Torfkahnschleuse zu besichtigen. Der Zernau - See lädt mit Biotop und Knüppeldamm zum Spaziergang und Verweilen ein.

Mühlenart: Bockwindmühle
Baujahr: verm. 2. Hälfte 19. Jh.
Funktion: Getreidemühle
Ausstattung: Mahlwerke und vollständige Inneneinrichtung
Nutzung heute: touristisch

Besichtigung: nach Absprache

Ansprechpartner:Günther Baeker
39307 Hüttermühle
Tel. 03933 / 2917

Holländerwindmühle Jerichow
Weiter geht es über Genthin in Richtung Havelberg nach Jerichow. In der Nähe des Bahnhofs von Jerichow finden wir die letzte Holländermühle im Landkreis Jerichower Land. Die 1857 erbaute Mühle verfügt über einen vollständig erhaltenen technischen Innenaufbau, jedoch mußten 1960 wegen Baufälligkeit die Flügel und der drehbare Turmkranz abgenommen werden.

1936 - 1970 arbeitete die Mühle mit Motorantrieb. Lohnenswerte Ziele in Jerichow sind die Klosteranlage, das Klostermuseum, die Stadtkirche am slawischen Burgwall und das Naturschutzgebiet "Bucher Brack" mit Naturlehrpfad.

Mühlenart: Holländerwindmühle
Baujahr: ca. 17. Jh., umgebaut 1857
Funktion: Getreidemühle
Ausstattung: neue Mahlaggregate, 30 PS Elektromotor
Nutzung heute: keine

Besichtigung: nach Absprache

Ansprechpartner: Hermann Wiere
Leninstr. 9
39319 Jerichow
Tel. 039343 / 52482

Rolf Naumann
Klostermuseum
39319 Jerichow
Tel. 039343 / 285

Paltrockwindmühle Parey
An der Elbe entlang führt uns der Weg über Ferchland mit seinem Steilufer von 30m Höhe an einer defekten Turmwindmühle vorbei nach Parey. In Parey biegen wir rechts in den Bittkauer Weg (Richtung Kieswerk Rohr). Rechterhand am Ortsausgang entdecken wir die Paltrockmühle.

Vor etwa 300 Jahren kamen die Paltrockmühlen auf. Sie wurden nach dem langen Mönchsgewand "Paltrock = Faltenrock" benannt. Die Paltrockwindmühle war die einzige Mühle, die mit drei Weizenstühlen und einem Schrotgang Mehl in die Backstuben und Kleie für die Landwirtschaft bis zuletzt lieferte. Bei der Paltrockwindmühle ist der gesamte hölzerne Mühlenkörper drehbar gelagert. Er reicht bis zum Erdboden und kann dort auf einem ringförmigen Steinfundament mittels eines Rad- oder Rollenkranzes bewegt werden.

Die Bockwindmühle aus den Jahren 1896/98 wurde 1951 zu einer Paltrockmühle umgebaut, die 1983 durch einen Blitzschlag abbrannte. An deren Stelle erfolgte 1991 der Aufbau der umgesetzten Mühle von Frenz. Ein Mühlenmuseum entsteht in unmittelbarer Umgebung. Lohnenswerte Ziele in Parey sind auch die Zweikammerschleuse, die hölzerne Kabelkrananlage sowie die Kirche mit ihrer barocken Innenausstattung.

Mühlenart: Paltrockwindmühle
Baujahr: 1991
Funktion: Getreidemühle
Ausstattung: Mahl- und Schrotgang
Nutzung heute: Schaumahlen einmal
monatlich

Mühlenführung: nach Absprache

Ansprechpartner:Erwin Ogen
Berg 8
39317 Parey
Tel. 039349 / 410

Bockwindmühle in Parchen
Weiter führt uns der Weg über Bergzow nach Parchen. Am Ortsausgang von Parchen in Richtung Hohenseeden, direkt an der B 1, steht die Mühle. Sie wurde 1840 in der Altmark gekauft und in Parchen wieder aufgebaut. Sie ist die einzige erhaltene Bockwindmühle in der Region Genthin.

Das Flügelkreuz hat eine Spannweite von 18m. Die verstellbaren Flügelklappen stellen dem Wind eine Gesamtfläche von 50m² entgegen. Von 1982 bis 1986 wurden die neuen Flügelruten angefertigt und 1987 wieder angebracht. Die Ruten sind jetzt ohne verstellbare Klappen. Mit einem hölzernen Stert, auch Schiebebaum oder Deichsel, wurde das gesamte Mühlengebäude ständig neu in den Wind gedreht. Mahlwerk und Inneneinrichtungen sind noch vollständig erhalten. Die Mühle hat zwei Mahlgänge, einer durch Elektrizität, der andere durch Windkraft.

1975 wurde die Bockwindmühle unter Denkmalschutz gestellt. Heute ist sie ein technisches Museum.

Mühlenart: Bockwindmühle
Baujahr: 1840
Funktion: Getreidemühle
Ausstattung: komplett mit zwei Mahlwerken
Nutzung heute-. technisches Museum

Besichtigung: nach Absprache

Ansprechpartner: Herr Schulenburg
Steinstr. 5
39307 Parchen
Tel. 039345 / 220

Bürgermeister der Gemeinde
39307 Parchen
Tel. 0393451208

Bockwindmühle in Hohenwarthe
Von Parchen aus führt uns der Mühlenweg in Richtung Hohenseeden, dann über Burg weiter nach Niegripp und schließlich nach Hohenwarthe. Weithin sichtbar auf dem "Weinberg" sieht der Besucher, nachdem er den Ort durchfahren hat, die Bockwindmühle. Die "Mühienschenke" begrüßt ihre Gäste und lädt sie zur Besichtigung der vollständig ausgestatteten Bockwindmühle ein.

Der Aufbau der Mühle erfolgte 1985 nach Umsetzung von Drakenstedt. Die Bockwindmühle ist, mit zwei Mahlgängen und einem Sichter ausgerüstet.

Wir verlassen den Weinberg und fahren über Lostau bis zur B 1 und biegen ab in Richtung Burg. Übrigens: Der interessierte Besucher kann von Hohenwarthe aus die als technisches Bauwerk (größtes Schiffahrtskreuz Europas)Trogbrücke besichtigen.

Mühlenart: Bockwindmühle

Baujahr: 1720, Umsetzung 1985

Funktion: Getreidemühle
Ausstattung: zwei Mahlgänge, ein Sichter
Nutzung heute: Schauobjekt

Ansprechpartner:Manfred Ulrich, "Mühlenschenke"
Weinberg
39291 Hohenwarthe
Tel. 039222 3933

Wassermühle "Bocksmühle" in Schermen
In Schermen fahren wir links ab zum"Zuwachs Külzauer Forst und erreichen vor der Bahnbrücke die "Bocksmühle". Die Geschichte der alten "Bock's - Mühle" verliert sich im Dunkel der Vergangenheit. Einst wurden Teich und Mühle angelegt, um Korn zu mahlen.

Zu Beginn des Jahrhunderts wurde die kleinen Wassermühlen brotlos. In die alten Gemäuer zog eine Schankwirtschaft ein und wurde ein beliebtes Ausflugsziel.
Der Besucher erlebt hier ländliche Gemütlichkeit mit Wasserrad und
Biergarten. Hier können Sie auchfeiern.- Mit der Familie, mit Freunden
und Kollegen. Auf der Speisekarte steht deftige Landmannskost.
Die Tiere auf dem Bocksmühlenhof sind die Lieblinge der Kinder.
Unsere Reise führt zum Ausgangsort Burg zurück.

Mühlenart: Wassermühle
Baujahr: unbekannt
Funktion: ehemalige Getreidemühle
Ausstattung: Wasserrad
Nutzung heute: Gaststätte

Öffnungszeiten: Dienstag - Sonntag ab 12.00 Uhr

Ansprechpartner: Wilheim Westphal, Gastwirt
Bauernstube "Bocksmühle"
39291 Schermen
Tel. 03921 / 986243

Besuchen Sie aber auch die anderen Mühlen wie die Turmwindmühlen in Ferchland, Güsen, Möckern, Büden und Wallwitz
Oftmals genügt das bloße Vorhandensein einer Mühle, um als Blickfang einem Ort ein positives Image zu verleihen, selbst wenn eine Besichtigung des Objektes wegen des bautechnischen Zustandes oder der Besitzverhältnisse nicht möglich ist.

Turmwindmühle in Wallwitz.
Sie ist die einzige Turmwindmühle, die z.Z. ein komplettes Äußeres zeigt. Innen ist sie zu einem Wohnhaus umgebaut.

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