NJL erwirbt Fähre Ferchland-Grieben

Am Dienstag, 11. Mai 2021 wurde der Eigentumsübergang der Fähre Ferchland-Grieben von der Gemeinde Elbe-Parey auf die Nahverkehrsgesellschaft des Landkreises Jerichower Land (NJL) per Unterschrift besiegelt. In den vergangenen Wochen fanden umfangreiche Prüfungen inklusive einer steuerrechtlichen Bewertung statt. Anschließend verständigten sich die beiden Parteien darauf, dass ein Betriebsübergang auf die NJL für einen Kaufpreis von 50.000 € erfolgt. Dies umfasst neben dem eigentlichen Fährschiff auch alle zur Fähre gehörenden beweglichen Güter sowie die Signalanlagen.

Mit dem Kauf kann nun zeitnah eine Antragstellung auf Förderung der notwendigen Landrevision der Fähre erfolgen. Unter Beteiligung der ehemaligen Fährleute und weiterer Sachverständiger sowie mit Unterstützung der Gemeinde Elbe-Parey wurde in der Zwischenzeit ein detaillierter Kostenplan aufgestellt. Von den umliegenden Werften wurden Angebote für die Überholung des Fährschiffs eingeholt und dem Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr vorgelegt. Um die Fähre in den nächsten Jahren verkehrssicher betreiben zu können, wird der Investitionsbedarf auf rund 300.000 € geschätzt. Wobei die Kosten der Landrevision sowie die Wartungskosten der Antriebe die größten Posten darstellen.

Neben der Verkehrssicherheit soll auch in bessere Arbeitsbedingungen für die Fährleute investiert werden. „Der Minister hat eine zeitnahe Prüfung des Förderantrages zugesagt. Gleichzeitig wird die NJL einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn beantragen, damit wir keine Zeit verlieren. Aus Sicht der NJL und des Landkreises Jerichower Land hoffe ich, dass das Ministerium einen möglichst hohen Anteil der beantragten Kosten als förderfähig anerkennt, damit neben dem Kaufpreis der Fähre nicht noch mehr finanzielle Belastung entsteht“, schildert Landrat Dr. Steffen Burchhardt den aktuellen Sachstand. Sobald der vorzeitige Maßnahmenbeginn genehmigt ist, kann der Auftrag für die Fährrevision vergeben werden. Für die Bauzeit sind 5-6 Wochen eingeplant, ehe das notwendige Fährzeugnis beantragt werden kann. Ziel ist es weiterhin, die Fährverbindung im Sommer wieder aufzunehmen, die dann auch Teil des Nahverkehrsplanes sein soll. Diesbezüglich laufen bereits die Anträge beim gemeinsamen Verkehrsverbund Marego.

Die finale Abstimmung der Hauptverwaltungsbeamten über die Kooperationsvereinbarung läuft parallel. Mit Ausnahme des Kreistages Stendal haben bereits alle kommunalen Gremien einer finanziellen Unterstützung zugestimmt. Die Vereinbarung regelt in der Folge die genauen Rechte und Pflichten aller Kooperationspartner. Im kommenden Kreistag soll dann ein entsprechender Beschluss herbeigeführt werden, um der NJL offiziell die Betreibung der landesbedeutsamen Fährverbindung zu übertragen und den Betrauungsvertrag zu schließen. In Vorbereitung dessen hat der Geschäftsführer der NJL, Thomas Schlüter, ein Betreiberkonzept erarbeitet. „Die wichtigste Hürde ist genommen. Es ist uns gelungen drei feste Fährführer zu binden und mit den bisherigen Fährleuten eine ergänzende Unterstützung zu vereinbaren. Gleichzeitig starten nun drei flexible Busfahrer eine Ausbildung zum Fährführer, um die Last gut zu verteilen und personelle Stabilität zu gewährleisten. Wir gehen dazu in Kooperation mit benachbarten Fährbetrieben“, erläutert Schlüter seine Vorgehensweise. Derweil fanden auch bereits sehr konstruktive Vorgespräche mit dem Wasserstraßenschifffahrtsamt (WSA) statt. „Wir sind auf einem guten Weg. Die NJL hat wirklich Lust auf diese Herausforderung und die Gemeinde Elbe-Parey hat mit dem Verkauf unter Verkehrswert ihren Beitrag zum Erhalt der Fährverbindung geleistet. Jetzt brauchen wir noch etwas Geduld und dann ist die Fähre wieder im Wasser“, resümiert Landrat Burchhardt.