Landrat reagiert auf Klagen gegen Tourismusverein des Altkreises Genthin

Nachdem Genthins Bürgermeister, Matthias Günther jüngst zwei Klageschriften in Bezug auf den gemeinsamen Tourismusverein Genthin/Jerichow/Elbe-Parey öffentlich machte, schaltet sich nun Landrat Dr. Steffen Burchhardt in die Auseinandersetzung ein. "Die über Jahre gewachsene Gemeinschaft, der drei nördlichen Gemeinden des Jerichower Landes, mit dem Ziel einer gegenseitigen Stärkung, ist damit wohl kurzer Hand aufgekündigt. Unser Landkreis besteht nur aus acht Gemeinden, die es trotz finanziell schwieriger Zeiten bisher immer geschafft haben, durch vielfältige Kooperation Synergieeffekte zum Wohle aller zu generieren. Der Zusammenhalt war immer unsere Stärke. Wir tauschen Ideen aus, helfen uns gegenseitig personell und versuchen gemeinsame Impulse zu setzen, so beispielsweise bei der neuen Radwegebeschilderung. Wir führen keine Rechtsstreitigkeiten über die Kreisumlage untereinander, sondern diskutieren gemeinsam. In anderen Kreisen funktioniert das nicht. Profitieren tun davon maßgeblich Anwälte. Und dafür will die Stadt Genthin Geld ausgeben? Unsere Gerichte sind gut ausgelastet und brauchen keine weiteren Nachbarschaftsstreitigkeiten", so Landrat Burchhardt.

Nach Einschätzung des Landrates sollten sich die Beteiligten unabhängig vom zugrunde liegenden Sachverhalt an einen Tisch setzen und nach einer Lösung für das Problem suchen, anstatt sich in Formalien wie die Ordnungsmäßigkeit der Ladung zu verlieren. "In den Auseinandersetzungen geht es immer wieder um die QSG GmbH. Vielleicht sollte man nach vorne schauen und sich gemeinsam überlegen, wie man die QSG aus dem Tourismusverein herauslösen kann. Die aktuelle Konstellation ist nicht nur sehr ungewöhnlich sondern birgt eben auch großes Konfliktpotenzial", erklärt Landrat Burchhardt und ergänzt: "Die Kreisverwaltung bietet gerne ein vermittelndes Gespräch an, wenn alle Beteiligten dazu bereit sind. Einzelne Entscheidungen im Tourismusverein können doch nicht derart essentiell sein, dass man dafür die gute Nachbarschaft und die Zusammenarbeit aufgibt. Wenn ich eins in den vergangenen Jahren gelernt habe, dann das auf jede Aktion eine Retourkutsche folgt. Unsere Region kann sich kein vergiftetes Klima und Alleingänge leisten. Ich appelliere an alle Kollegen und insbesondere an die Stadt Genthin den eingeschlagenen Weg zu überdenken, ich halte diesen für falsch. Die Bewohner des Landkreises orientieren sich meist nicht an Verwaltungsgrenzen. Sie wohnen in der einen Gemeinde, arbeiten in einer anderen und verbringen ihre Freizeit in der gesamten Region. Am Ende dienen wir alle denselben Bürgern und sollten daher auch ähnliche Ziele verfolgen."

Erstellt am: 24.06.2020

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