Wanderausstellung "Neuanfang in Sachsen-Anhalt nach Flucht und Vertreibung 1940er/50er Jahre“
8. März bis 31. Mai 2026
Die Ausstellung wurde von PFLUG e. V. und dem Haus der AlltagsGeschichte in Lutherstadt Wittenberg unter der Leitung von Dr. Christel Panzig erarbeitet und vom Kultusministerium sowie der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt gefördert.
Vor mehr als 80 Jahren mussten über eine Million „Neubürger“ in Sachsen-Anhalt neu beginnen. Sie kamen vor allem aus Schlesien und dem Sudetenland, sprachen zwar dieselbe Sprache und gehörten teilweise derselben Religion an wie die Einheimischen – dennoch waren ihre Anfänge auf besondere Weise schwierig. Sie trafen auf ein vom Krieg zerstörtes Land, fanden kaum Unterkunft und begegneten Menschen, die ebenso hungerten wie sie selbst. Es fehlte an Wärme, Kleidung und grundlegender Ausstattung, selbst Möbel waren in den Unterkünften kaum vorhanden.
Die in der Wanderausstellung enthaltenen Berichte von Zeitzeugen haben nichts von ihrer Aktualität verloren. Sie bringen die Perspektive ostdeutscher Vertriebener in die gegenwärtige Diskussion über Flucht, Vertreibung und Integration ein.
Flucht und Vertreibung waren in der DDR lange Zeit kein öffentlich behandeltes Thema, obwohl Millionen Deutsche betroffen waren. Fast jede dritte Person im heutigen Sachsen-Anhalt gehörte nach 1945 zu den sogenannten „Umsiedlern“, den Flüchtlingen und Vertriebenen. Sie trugen maßgeblich zum Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg bei, durften jedoch über die Folgen für ihr eigenes Leben bis zur „Wende“ öffentlich nicht sprechen.
Die Ausstellung zeigt, wie sich die nicht ohne Konflikte ablaufende Integration der „Neubürger“ in die Nachkriegsgesellschaft vollzogen hat. Anschaulich wird dargestellt, wie Flüchtlinge und Vertriebene, vor allem Frauen, Kinder und ältere Menschen, in den Städten und Dörfern Sachsen-Anhalts aufgenommen wurden und welche Erfahrungen sie beim Neuanfang in Schule, Beruf und Alltag machten.
Dokumente, Fotografien und persönliche Berichte erinnern an die schwierigen Anfänge dieser Flüchtlinge und Vertriebenen und können zur Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit und der Gegenwart anregen.
Ankunft im Jerichower Land nach 1945 – Aufruf
Personen, die dieser Generation angehören oder aus Familien stammen, die diese Zeit erlebt haben und Erinnerungen für kommende Generationen bewahren möchten, können ihre Erinnerungen in Form von Berichten, Fotos oder Dokumenten zugänglich machen und damit die historische Überlieferung unterstützen. Gesucht werden Objekte, Fotografien, Dokumente und persönliche Berichte aus dieser Zeit. Von besonderem Interesse sind Erfahrungen zur Ankunft im Jerichower Land und zum Prozess des Ankommens in einer neuen Heimat.
Kontakt
Kreismuseum
Mützelstraße 22, 39307 Genthin
Tel. 03933-803521







